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Dienstag, Mai 18th, 2010

 

Die Legende von der Erschaffung der Krankenschwester

Als der liebe Gott die Krankenschwester schuf, machte er bereits am 6. Tag Überstunden.
Da erschien ein Engel und sagte: “Herr, Ihr arbeitet aber lange an dieser Figur!”
Der liebe Gott antwortete: “Hast Du die lange Liste spezieller Wünsche auf der Bestellung gelesen?
- Sie soll als Mann und Frau lieferbar sein.
- Sie soll wartungsfrei und pflegeleicht, aber nicht aus Plastik sein.
- Sie soll Nerven wie Drahtseile haben und einen Rücken, auf dem sich alles abladen lässt
- Sie soll so zierlich sein, dass sie durch alle Engpässe durchkommt und sich trotzdem wohl fühlen kann.
- Sie muss fünf Dinge zur gleichen Zeit tun können und soll dabei immer noch eine Hand frei haben.”
Da schüttelte der Engel den Kopf und Sagte: ” Sechs Hände, das wird kaum gehen!”
“Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen”, sagte der liebe Gott, “aber die Augen, die drei Funktionen gleichzeitig wahrnehmen müssen, bereiten mir schon eher Kopfzerbrechen:
- als erstes müssen diese Augen des Nachts durch die Wände sehen, damit eine Nachtwache 2 Stationen gleichzeitig betreuen kann.
- Als zweites soll die Schwester im Hinterkopf sehen, was man vor ihr verbergen will, was sie aber unbedingt wissen muss.
- Als wichtigste Funktion soll sie einen Patienten so ansehen können, dass er merkt: ?sie versteht mich und sie ist für mich da? ohne dass sie ein Wort sprechen muss”
Der Engel zupfte ihn leicht am Ärmel und sagte: ” Geh schlafen Herr, und macht morgen weiter.”
“Ich kann nicht”, sprach der liebe Gott, “ich habe bereits zu viel geschaffen um im jetzigen Moment die Arbeit unterbrechen zu können:
- Die Krankenschwester hat Freude an einem Beruf, der alles fordert und in dem sie Unmögliches möglich machen kann.
- Sie wird fast nie krank und wenn, dann heilt sie sich selbst.
- Sie kann bereits begreifen, dass zwecks Haushaltssanierung Stellen gestrichen und Betten abgebaut werden müssen.
- Zur Effizienzsteigerung übernimmt sie Zusatzaufgaben.
- Sie hält es aus, dass ihre Meinung bei politischen Entscheidungsträgern auch künftig wenig Einfluss hat.
- Sie ist fähig dem Lohndruck standzuhalten und ist dafür, ihren Patienten zuliebe, weiterhin offen für den uneingeschränkten Ausbau der Spitzenmedizin.
Der Engel ging langsam um das Modell der Schwester herum. “Das Material ist zu weich”, seufzte er.
“Aber dafür zäh”, entgegnete der liebe Gott, “Du glaubst gar nicht, was es alles aushält!”
“Kann sie denken?”
“Nicht nur denken, sondern urteilen und Kompromisse schließen”, sagte der liebe Gott.
Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit dem Finger über die Wange des Modells. “Da ist ein Leck”, sagte er. “Ich habe Euch ja gesagt, Ihr versucht, zu viel in das Modell hineinzupacken”.
“Das ist kein Leck, das ist eine Träne!”
“Und wofür braucht es eine Träne?”
“Sie fließt bei Freude, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Verlassenheit”, sagte der liebe Gott versonnen, “die Träne ist das Überlaufventil!”

Verfasser unbekannt
an die heutige Zeit angepasste Version

 

 

 

 

In diesem Sinne-> ich lebe noch!! :-)